20.10.2022

Nach der Kri­se ist vor der Kri­se: War­um es sich lohnt, Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on in Exper­ten­hän­de zu geben und auszulagern

Con­ven­to PR-Impuls mit Jonas Jung von Wilde&Partner am 19. und 20. Okto­ber 2022

Jonas Jung

Tod des Grün­ders, Stand­ort-Schlie­ßung oder Liqui­da­ti­on einer kom­plet­ten Kon­zern­ge­sell­schaft: Jonas Jung berich­te­te beim Con­ven­to PR-Impuls im Okto­ber vor rund 150 Teil­neh­mern anhand anschau­li­cher Pra­xis­bei­spie­le dar­über, wie man mit dem pas­sen­den Kr…

Tod des Grün­ders, Stand­ort-Schlie­ßung oder Liqui­da­ti­on einer kom­plet­ten Kon­zern­ge­sell­schaft: Jonas Jung berich­te­te beim Con­ven­to PR-Impuls im Okto­ber vor rund 150 Teil­neh­mern anhand anschau­li­cher Pra­xis­bei­spie­le dar­über, wie man mit dem pas­sen­den Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zept, den rich­ti­gen Check­lis­ten und kla­ren Zustän­dig­kei­ten Repu­ta­ti­ons­scha­den nicht nur abwen­den, son­dern sogar gestärkt aus der Kri­se her­vor­ge­hen kann.

Jonas Jung defi­nier­te zunächst den Begriff “Kri­se” als unvor­her­seh­ba­re Stö­rung in einem linea­ren Pro­zess: Unge­plan­te Ereig­nis­se gesche­hen in einem unkal­ku­lier­ba­ren Zeit­raum, die in Ver­lauf und Aus­gang nur bedingt beein­fluss­bar sind. Ein Vor­fall, der nega­ti­ve Berich­te aus­lö­sen, Glaub­wür­dig­keit gefähr­den
und die Unter­neh­mens­grund­la­ge sub­stan­zi­ell beein­träch­ti­gen kann. Die Kri­se sei aller­dings nicht das Haupt­pro­blem, son­dern der Umgang mit ihr: Öffent­lich­keit und Medi­en ent­schei­den oft, was als Kri­se wahr­ge­nom­men wird und was nicht. Des­halb sei die rich­ti­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on in allen Kri­sen­pha­sen sowie die Siche­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­ons ‑und Hand­lungs­si­cher­heit durch Geschwin­dig­keit, Empa­thie und Trans­pa­renz ent­schei­dend.

Prä­ven­ti­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on und gute Vor­be­rei­tung hel­fen dabei, bes­ser durch eine Kri­se zu kom­men. Dazu gehö­ren die Schaf­fung kla­rer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­struk­tu­ren bei­spiels­wei­se durch die Erstel­lung eines Kri­sen-Hand­buchs mit orga­ni­sa­to­ri­schem Leit­fa­den, Medi­en­trai­ning für Spre­cher, Kri­sen­übun­gen und Mit­ar­bei­ter­schu­lun­gen.

Erfolgs­fak­to­ren der Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on

Mei­nungs­füh­rer­schaft sichern
Durch eine pro­ak­ti­ve und dia­log­ori­en­tier­te Infor­ma­ti­ons­po­li­tik kön­nen sich Unter­neh­men in der Kri­se die Mei­nungs­füh­rer­schaft sichern und glaub­haft dar­stel­len, dass man sich um eine rasche Klä­rung der Fak­ten bemüht, die Situa­ti­on umfas­send kon­trol­liert und auf die Kri­se mit den geeig­ne­ten Maß­nah­men
reagiert.

Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ho­heit bewah­ren
Die media­le Geschwin­dig­keit erfor­dert eine unmit­tel­ba­re Infor­ma­ti­ons- und Reak­ti­ons­zeit. Unter­neh­men soll­ten sich als die zuver­läs­si­ge Infor­ma­ti­ons­quel­le bei den Medi­en posi­tio­nie­ren. Die Pres­se wird in jedem Fall berich­ten, ver­sor­gen wir sie mit bestä­tig­ten Infor­ma­tio­nen. Das Ziel der stra­te­gi­schen Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on ist es, die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen und den Repu­ta­ti­ons­scha­den so gering wie mög­lich zu hal­ten und das Ver­trau­en von inter­nen und exter­nen Anspruchs­grup­pen auf­recht­zu­er­hal­ten. Image­ver­lust bedeu­tet meist auch immer Umsatz­ver­lust. Die Grund­prin­zi­pi­en der Kom­mu­ni­ka­ti­on sind Glaub­wür­dig­keit, Schnel­lig­keit und Trans­pa­renz.

One Voice – One Agen­da
Schrift­li­che und münd­li­che Unter­neh­mens­aus­sa­gen dür­fen sich nicht wider­spre­chen. Alle Unter­neh­mens­spre­cher und Kom­mu­ni­ka­to­ren müs­sen stets mit ein­heit­li­chen, aktu­el­len und ggfs. juris­tisch geprüf­ten Sprach­re­ge­lun­gen ver­sorgt wer­den. Man betei­ligt sich grund­sätz­lich nicht an Spe­ku­la­tio­nen oder kom­men­tiert Gerüch­te.

Pres­se­ar­beit ver­ste­hen
Die Medi­en sind in einer Kri­se grund­sätz­lich kei­ne Fein­de, aber auch nicht auto­ma­tisch immer Freun­de. Der Nach­rich­ten­wert ist die Wäh­rung der Jour­na­lis­ten. Sie laden Sach­ver­hal­te emo­tio­nal auf, suchen Wider­sprü­che oder Kon­tro­ver­sen. Es gilt der media­len Dra­ma­ti­sie­rung und Insze­nie­rung mit betont sach­li­chen Bot­schaf­ten ent­ge­gen­zu­wir­ken. In Frie­dens­zei­ten kann eine kon­ti­nu­ier­li­che und dia­log­ori­en­tier­te Pres­se­ar­beit einen Repu­ta­ti­ons­kre­dit schaf­fen.

Jonas Jung nann­te sie­ben Feh­ler, die es in der Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on zu ver­mei­den gilt:

- Schwei­gen: Eine pro­ak­ti­ve und dia­log­ori­en­tier­te Kom­mu­ni­ka­ti­on ist im Kri­sen­fall wich­tig.
- kei­ne Vor­be­rei­tung: z.B. eta­blier­te Früh­warn­sys­te­me, Sze­na­ri­en, defi­nier­te Pro­zes­se und Sprach­re­ge­lun­gen, kla­re Zustän­dig­kei­ten und Mel­de­ket­ten, Medi­en­trai­nings.
- zu lang­sam: Pro­ak­ti­ve Ver­laufs­kom­mu­ni­ka­ti­on der ers­ten 48 Stun­den ist ent­schei­dend für Mei­nungs­bil­dung und The­men- und Deu­tungs­ho­heit.
- zu schnell: Anfangs unkla­re und sich stän­dig ändern­de Fak­ten­la­ge und Zeit­druck, auf die ziel­ge­rich­tet reagiert wer­den muss.
- kei­ne Empa­thie: Es gilt empa­thisch und trans­pa­rent zu kom­mu­ni­zie­ren. Kei­ne Lügen, kein Her­un­ter­spie­len von Fak­ten oder Vor­ent­hal­ten von Infor­ma­tio­nen.
- extern zuerst: Beson­ders in der Kri­se gilt: Inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on kommt vor exter­ner.
- Kein Chef an der Front: Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on ist Chef­sa­che!

Für einen Selbst­check gab Jonas Jung den Teil­neh­mern Fra­gen mit auf den Weg, anhand derer jeder selbst über­prü­fen kann, wie gut er für eine Kri­se gerüs­tet ist.

Zum Schluss folg­ten ein paar Lear­nings, die die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­agen­tur durch viel­sei­ti­ge Kri­sen­pro­jek­te gewon­nen und immer wie­der bestä­tigt bekom­men hat:

- Belast­ba­re Media Rela­ti­ons (zu den rich­ti­gen Kon­tak­ten) sind extrem wert­voll.
- Vor­ab-Info an Agen­tu­ren sorgt für steu­er­ba­re Bericht­erstat­tung, birgt aber auch Risi­ken.
- Vor wich­ti­gen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­läs­sen immer die aktu­el­le Medienagenda/Branchentermine im Blick behal­ten.
- Trotz akri­bischs­ter Vor­ar­beit kann sich eine Dyna­mik ent­wi­ckeln, die schwer ein­zu­fan­gen ist.

Wir dan­ken Jonas Jung für die­sen span­nen­den Ein­blick in sei­ne Erfah­rungs­welt prak­ti­scher Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on!

JONAS JUNG
Jonas Jung ist 33 Jah­re alt, kommt aus Offen­bach am Main, hat Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaf­ten in Erfurt und Wien stu­diert und ist seit 2017 bei Wilde&Partner als Bera­ter an Bord. Als Seni­or Con­sul­tant betreut er inter­na­tio­na­le Kun­den aus den Berei­chen Luft­fahrt, Mobi­li­tät und Hos­pi­ta­li­ty und zeich­net zudem für die Pla­nung des agen­tur­in­ter­nen Ruf­be­reit­schafts-Teams ver­ant­wort­lich, mit dem Wilde&Partner Kun­den eine Pres­se­stel­len-Funk­ti­on außer­halb der Büro­zei­ten (abends/nachts und am Wochen­en­de ganz­tä­gig) zur Ver­fü­gung stellt. Er ist Teil des agen­tur­in­ter­nen Teams Risi­ko- und Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on.

WILDE & PARTNER COMMUNICATIONS
Wil­de & Part­ner Com­mu­ni­ca­ti­ons mit Sitz in Mün­chen gehört seit über 30 Jah­ren zu den füh­ren­den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­agen­tu­ren in Deutsch­land. Als Full-Ser­vice-Anbie­ter ent­wi­ckelt die Agen­tur Stra­te­gien und Kam­pa­gnen für eine nach­hal­ti­ge Posi­tio­nie­rung von Mar­ken und Unter­neh­men in den Seg­men­ten Tra­vel & Tou­rism, Trans­port & Logistics, Risk & Cri­sis, Hotel & Hos­pi­ta­li­ty, Spa & Life­style, Sports & Out­door, Food & Beverage sowie Fashion, Beau­ty und Healthcare.




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